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  Adelheit rät
 

Adelheit`s Anleitung für Alkoholiker
und solche, die es werden wollen


1.Trinken Sie regelmäßig, am besten täglich! Das Trinken muss in Fleisch und Blut übergehen. Hinweise, die zeigen, dass Sie auf dem richtigen Weg sind: der automatische Griff zur Flasche beim Fernsehen (was schon wieder leer?), Umstellung des Ernährungsplans („Das bisschen, was ich esse, kann ich auch trinken“).

2.Machen Sie so oft wie möglich tierisch einen drauf! Denn nach der 10. Runde geht`s bekanntlich erst richtig los. Also: kein Wochenende ohne Koma, humptata, hopsassa, fiderallala! Oktoberfest - absolutes Muss, oans, zwoa, gsuffa! Gehen Sie am Morgen danach vor dem Spiegel pfleglich mit sich um ("ich kenn dich nicht, aber ich rasier dich trotzdem")

3.Beschweren Sie sich nicht mit alltäglichen Sorgen: ein Schlückchen und schon wird`s leichter! Wozu haben wir denn den Alkohol? Der Alkoholrausch ist der einzige Rausch, den man schichtweise hochziehen kann wie eine Backsteinmauer. Einmal errichtet, bildet er einen soliden Schutzwall gegen das Elend der Welt, gegen Schmerz, Not und alle Widrigkeiten. Das ist immer noch besser als das ewige Gerede über Probleme. Und: selbst ist der Mann/die Frau, getreu dem Motto "bitte nicht helfen, es ist so schon schwer genug!"

4.Vermeiden Sie unnötige Irritationen! Suchen Sie sich für die schwachen Momente (sollte ich nicht etwas langsamer machen? Kommt das Zittern, Würgen und die Nervosität vom Alkohol? Wo war ich eigentlich gestern? Und vorgestern? Für das fortgeschrittene Stadium: war es gestern, vorgestern oder im vierten Stock?) einen, der noch viel mehr trinkt. Sollte sie so schnell keinen finden, geben Sie nicht auf, notfalls hilft eine Bahnhofskneipe aus der ersten Not.

5.Im Falle des Führerscheinentzugs: machen Sie sich klar, dass das jedem passieren kann, sie haben halt mal eben Pech gehabt. Und die 2,2 Promille, mein Gott, letztens stand einer in der Zeitung mit 4,2 Promille, da ist man ja der reinste Waisenknabe...

6.Immunisieren Sie sich gegen die immer häufigeren Kampagnen und Weltverbesserer! Kultivieren Sie das Erreichte! Wenn Ihnen nix einfällt, orientieren Sie sich einfach an der Alkoholwerbung (wenn einem etwas Gutes widerfährt..), an den "Leer"-Meinungen berühmter Potatoren (s. Anhang), wie auch immer, denken Sie daran, der Klügere kippt nach!

7.Bremsen Sie Moralapostel aus: wechseln Sie den Hausarzt, wenn er Ihnen den letzten Spaß verderben will. Machen Sie einen Bogen um selbsternannte Berater, und Vorsicht: am schlimmsten sind die frustrierten „Ex“-Trinker, die selbst keinen Spaß mehr haben und jetzt auch anderen nix mehr gönnen wollen. Denken Sie bei der Wahl ihrer Ku(h)mpels an W.C. Fields: „Never trust a man who doesn`t drink!“

Auch gegenüber der Partnerin (sofern noch vorhanden) ist eine gesunde Skepsis angesagt. Wie schon Karl S. Berg wußte: Wenn man sich so umschaut, erst schwören sie dir ewige Treue und nach drei, vier Entgiftungen sind sie urplötzlich weg.

8.Seien Sie nicht eigensinnig und sperrig: Machen sie mit, wenn ihre Freunde mal feiern wollen und seien Sie um Himmels Willen kein Spielverderber. Die besten Freunde findet man bekanntlich an der Theke.

9.Machen Sie regelmäßig Trinkpausen und erstellen Sie einen Trinkplan (z.B. niemals bei Tageslicht zu trinken und niemals bei Dunkelheit einen Drink auszuschlagen). Das beruhigt und liefert gute Argumente gegen die ewigen Nörgler (ich weiß gar nicht, was ihr wollt, ich kann jederzeit auch ohne) – und gibt Kraft und Durchhaltevermögen für die nächsten Monate. Praxistipp: Kein Bier vor Vier!

10.Machen Sie bei der Arbeit und zu Hause klar, dass Sie ein rechter Kerl sind: wer schafft, kann auch mal einen saufen. Und das geht nur Sie was an! Praxistipp für die obligate Frage "Musste das denn wieder sein" am Tag danach: "Nein, das mach` ich freiwillig!". Notfalls hilft es auch, mal eine Weile heimlich zu trinken und sich ein kleines Versteck anzulegen.

11.Verbringen Sie die Freizeit in der Stammkneipe, was denn sonst? Sport ist Mord! Komm geh fort!

12.Denken Sie daran: Schaffe, schaffe... und immer (!!!) volle Kanne, auch bei der Arbeit. Schalten Sie nicht ab, nehmen Sie ihre Arbeit mit nach Hause, am besten vor den Fernseher, auf das Sofa oder in die Stammkneipe... Und das höchste Lob ist, wenn einer sagt: „Du siehst aber abgeschafft aus.“

13.Seien Sie kein Weichei. Nicht auf jedes Zipperlein achten. Ein Mann ist nur dann ein Mann, wenn er auch recht was vertragen kann – auch am Morgen danach. Und:
der überflüssigste Ratschlag nach einer durchzechten Nacht ist bekanntlich der, man hätte nicht soviel trinken sollen.....

.... Leberschäden, absterbende Nervenzellen?Gesundheitsrisiken? Papperlapapp! Dummheit frißt, Intelligenz säuft, und die Leber wächst bekanntlich mit ihren Aufgaben...

14. Bewahren Sie immer ihren Grundoptimismus, also nicht der Kasten ist halbleer, sondern allenfalls Sie sind halbvoll....

.... dann wird`s schon klappen!!

Abschließende Bemerkung: Garantien für die Wirksamkeit der Ratschläge können keine übernommen werden, es wird auch nicht der Anspruch auf Vollständigkeit erhoben. Bisher haben die dargestellten Strategien aber millionenfach zum Erfolg geführt - äußerst effektiv auch für Führerscheinentzüge!

Weitere Tipps nehmen wir gerne entgegen!

Als Lektüre sehr zu empfehlen:


Das letzte Jahr


Aus dem Tagebuch eines Trinkers
Von Eugen Egner

In Auszügen:

3.1. Tiefe Einblicke. Den beiden Pastoren bei Weine von „Weltseele“ und „Gotteslob“ gesprochen, Unverständnis geerntet.

16.1. Früh aufgestanden. Nach dem Abwasch versucht, mich mit einem Hausschuh zu erschlagen. Sehr getrunken.

17.1. Den ganzen Tag geweint, abends dann kräftig auf die Pauke gehauen.

......

1.3. Perfekter Tag. Spät abends habe ich mir noch ein Käsebrot geschmiert und mich draufgesetzt. Viel Wein.

19.3. Nachgedacht über Worte eines Freundes: „Die Sonne müsste nachts scheinen, am Tage ist es doch sowieso hell.“ Wieder geweint. Rum.

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29.5. Gedicht geschrieben: „Managerschulung – ritsch ratsch reisele geht die Welt im Kreisele“; Rotwein, in der Badewanne eingeschlafen, Prostataentzündung.

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2.7. Stimme aus der Steckdose gehört. Werde ich wahnsinnig? Wein, Wein.

11.7. Seit heute 2 Stimmen. Eine sagt „Puppenhuhn“, die andere „Paradieswurst“. Trotziges Trinken, aber doch Furcht.

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29.7. Unleserliche Flammenschrift am Himmel; schon wieder diese Bolzen im Teppich. Eierlikör.

6.12. Die Flasche hat 2 Monat und 15 Tagen nicht so leer gewesel # + *

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28.12. Alkohol wirkt nicht mehr bei mir. Vor einer Stunde Gift genommen. Enttäuschung: es wirkt auch nic

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Im Übrigen:

Hauptsache:Verkehrssicherheit







 
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